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"Villanyi Zweigelt"
steht auf dem Etikett der Flaschen in die mein Lieblingsgetränk abgefüllt ist. An unzähligen Abenden mit mühevollen und aufopferungsvollen Tests und Selbstversuchen habe ich eben diesen Rotwein herausgefunden der mir am besten schmeckt und auch am besten bekommt.
Mein ungarisches Ferienhäuschen befindet sich in der Balatonregion. Dort besuchte mich ein Freund mit seiner Frau und seinem Sohn aus Deutschland. Mit dem Trike hatten sie die 1000 Km Anfahrt an einem Tag bewältigt. Die Tagesausflüge die wir dann in Ungarn mit dem Trike unternahmen sollten also nicht gar so lange werden. Mein Vorschlag war deshalb, einmal das Gebiet zu besuchen das solch wunderbare Tröpfchen wie eben diesen trockenen, aber trotzdem süffigen und bekömmlichen Rotwein hervorbringt.
An einem Junimorgen, an dem zu unchristlich früher Stunde die Sonne schon erbarmungslos vom Himmel brannte machten wir uns mit zwei Trikes und fünf Personen auf den Weg. Über Kaposvar erreichten wir die ungarische "Route 66". Dieser recht wenig befahrenen Strasse folgten wir bis ins südungarische Pecs. Auf dieser Strecke ist ein Abschnitt von etwa 10 Kilometern der schnurgerade verläuft. Wegen der hügeligen Landschaft lässt sich die Strasse aber trotzdem nur immer ein paar hundert Meter weit überblicken. Kurz vor Pecs kommt dann eine meiner Lieblingsstrecken. Eine vierspurige Straße die sich etwa 5 Kilometer mit wunderbar runden Kurven den Berg hochschraubt. Da dort mit relativ wenig Verkehrsaufkommen zu rechnen ist, kann man es mit dem Trike ganz schön laufen lassen! Erik, der mit seinem Boom Family direkt hinter mir fuhr, schwört Stein und Bein dass mein altes TWA auch schon mal auf zwei Rädern um die Kurven driftete - und das Vorderrad war am Boden, das kann ich schwören.
Von Pecs aus ließen wir es gemütlich angehen und fuhren Richtung kroatischer Grenze bis zum Weinort Villanyi. Dort wollte ich das Weingut suchen, das mein Lieblingströpfchen abfüllt. - Leider kam es aber nicht mehr dazu. Kaum hatten wir das Dörfchen erreicht, lies sich mein Getriebe immer schwerer schalten und nach ein paar Schaltvorgängen konnte ich plötzlich gar keinen Gang mehr einlegen. Bei der Ursachenforschung stellte ich fest dass am Kupplungszug schon mehr als die Hälfte der Litzen gerissen war und sich der Zug dadurch schon reichlich gelängt hatte. Noch ein paar Mal die Kupplung treten und der Zug war ganz ab. Nun war guter Rat teuer. Wo sollte ich in einem südtransdanubischen Dörfchen einen Kupplungszug für ein 15 Jahre altes TWA Trike herbekommen?
Da fiel mir ein, dass "Wolf Trike", eine zu "Boom" gehörende Firma in etwa 25 Kilometer Entfernung beheimatet ist. Die Strecke dahin legte ich dann vollkommen ohne Kupplung zurück. Mit genauem Abpassen der Drehzahl beim Hochschalten und gut getimtem Zwischengas beim Zurückschalten geht auch das. Nur das Anfahren ist etwas schwieriger: Motor aus, ersten Gang einlegen und dann starten. Nach etwa einer Stunde rollte ich mit meinem waidwunden Trike auf den Hof von "Wolf".
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