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26.08.2009

Back to the Roots - zurück zum Ursprung

1979, vor genau 25 Jahren schaffte der Dipl. Ing. Fecht im Rheinland mit dem Modell MF1 als erster Trikehersteller den Sprung über die bundesdeutsche TÜV - Hürde. Ich glaube aber nicht, dass sich Dietrich Fecht von Fecht Trikes oder Werner Toth von TWA (Toth Werner Aldingen) zu dieser Zeit vorstellen konnten oder wollten wie sich ihre leichten, filigranen und auf das wirklich wesentliche beschränkten Trikes in den folgenden  Jahren zu schweren und protzigen rollenden Edelstahlgebilden entwickelten.

Zumindest ein Weggefährte dieser Trikepioniere zeigt sich mit dieser Entwicklung gar nicht einverstanden und versucht mit dem Bau eines ursprünglichen Modells dem entgegenzusteuern.

Manni aus dem nordbadischen Raum, der in den achtziger und neunziger Jahren eng mit Werner Toth zusammengearbeitet hat, baut noch heute in seiner heimischen Garage nagelneue Trikes des Modells DTWA 16 nach Originalunterlagen und früheren Konstruktionsplänen. Zu Zeiten als  TWA, damals die Nr. 1 in Deutschland, jährlich bis zu 250 Fahrzeuge in Serie produzierte, stellte Manni hauptsächlich behindertengerechte Fahrzeuge dieser Marke her. Trikes die speziell auf die Behinderung des Fahrers zugeschnitten waren, meist mit Automatikgetriebe, verliessen die Manufaktur im Badischen.

Von der Kiellegung des Rahmens bis zum Vollgutachten beim TÜV vergehen heute rund drei Monate. In dieser Zeit fertigt Manni, der Dipl. Ing. der Verfahrenstechnik, fast alles in eigener Regie. Vom Verschweißen des Rahmens mit den Anbauteilen auf eigener Rahmenlehre bis hin zur teilweisen Handlaminierung der GFK - Karosse auf der eigenen Form. Nur wenige Teile wie etwa die Reifen, die Felgen oder auch die Sitzpolster und die Lackierung die nicht von seinen Händen stammen.

Der standardmäßige Motor, 1600 ccm mit 50 PS wird total neu aufgebaut. Das Gehäuse wird bearbeitet, die Ventilführungen und die Ventile sind neu. Die Zylinder und die Kolben sind neu, Motor und Nockenwellenlager werden Neue eingebaut. Die Kurbelwelle wird geschliffen. Der Motor sieht danach nicht nur aus wie neu, er läuft auch so und ist standfest wie ein fabrikneuer Motor. Hier kann man wirklich von einem „generalüberholten Motor“ sprechen.

Da Manni in den vergangenen Jahren nicht nur sein eigenes Trike, ein Fecht MF 1 aus den ersten Produktionsjahren mit großvolumigem Typ 4 Motor, sondern auch für Freunde und Bekannte in seiner Freizeit die Trikes reparierte und wartete, kennt er sehr gut die Schwachstellen die sich erst im Laufe der Jahre und intensiver Nutzung zeigten. Er ist heute in der Lage durch andere Materialien oder andere, verbesserte technische Lösungen diese Fehler in seinen Fahrzeugen zu vermeiden. So wird zum Beispiel in einem heute aufgebauten TWA die Schubstange des Hauptbremszylinders in 10 mm starkem Stahl statt wie ursprünglich in 7 mm Stärke ausgeführt. Das Schaltgestänge zum Getriebe wird heute vollkommen spielfrei und nadelgelagert aus einer Lenkwelle des Käfers 1303 gefertigt. Wie ich mich selbst überzeugen konnte lässt sich das Trike dadurch so knackig und präzise schalten wie eine kulissengeführte Ferrarischaltung. Die vordere Bremsscheibe, ein Schwachpunkt der alten TWAs wird heute so angebaut dass sie plan und ohne Seitenschlag an der jetzt einteiligen Radnabe anliegt und sich auch nach einer Passfahrt mit heftigeren Bremsmanövern nicht verzieht. 

Viele bewährte Neuteile aus dem seit 1997 nicht mehr bestehenden TWA Werk ruhen noch heute in Mannis Keller und warten auf ein neues Leben. Er hat damals bei der Auflösung der Firma sehr viele Restbestände aufgekauft. Unter anderem auch noch mehrere Fahrzeugbriefe mit denen er heute noch per TÜV - Vollgutachten ein altes aber „fabrikneues“ Trike zulassen kann. Auch konnte er mit einem Griff in seinen riesigen Teilefundus schon so manchem, verzweifelt nach einem Ersatzteil suchenden TWA - Fahrer, aus der Klemme helfen.

Nicht der schnöde Mammon ist Antrieb für den “Daniel Düsentrieb“ der Trikerszene, sondern ganz allein der Wunsch die hart erkämpften Triumphe der damaligen Pioniere des Trikebaues noch heute unverbastelt auf den Straßen zu sehen.

Das ist vor allem daran ersichtlich, dass der Meister sein Werk zu einem Preis abgibt der etwa auf dem Level der Werkspreisliste von 1994 liegt. Bereits ab rund 8000 € ist es möglich ein fabrikneues Trike aus Mannis Trikemanufaktur mit klassischer Optik, aber gegenüber der damaligen Serie deutlich verbesserter Technik, zu fahren. In diesem Preissegment sind sogar brauchbare Gebrauchtfahrzeuge sehr rare Mangelware. Wer dann noch etwas Geduld mitbringt, kann auch noch spezielle Sonderwünsche erfüllt bekommen Manni ist in der Szene bekannt und geschätzt für seine Tuningmotoren die mit etwas mehr Hubraum über einen sehr weiten Drehzahlbereich ein bulliges Drehmoment aufweisen. Dies kann ich selbst als begeisterter Eigner eines solchen Triebwerkes bestätigen. Auch spezielle Um - oder Anbauten für Behinderte bis hin zur Getriebeautomatik sind machbar.

Ein Künstler lässt sich aber nicht hetzen.