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Dann der große Moment: Schlüssel drehen, Handbremsgriff ziehen und Starterknopf drücken und dann …………….. – leichte Enttäuschung. Der zum Dickschiff passende Sound fällt ein wenig kümmerlich aus. Sicher ein Verdienst unserer Herren in den grauen Kutten!
Beim kräftigeren Gasgeben kommt es dann doch noch auf, das Kribbeln in der Bauchdecke. Da passt dann der Sound schon wieder viel besser.
Beim nachdrücklichen Tritt auf den Schalthebel rastet der erste Gang mit einem vernehmlichen „Klonk“ ein. Dann erst mal ganz vorsichtig das rechte Handgelenk bewegen und bei „Moto plus“ in Karlsruhe vom Hof rollen. Dem ängstlich hinterher blickenden Verkäufer ja keine Unsicherheit zeigen. Wenn der wüsste, dass ich seit mehr als 5 Jahren auf keinem Moped mehr gesessen habe ….
Wenn das Dickschiff erst mal rollt, lässt sich ja recht gut damit umgehen. Die bald eine halbe Tonne wiegend Fuhre (fahrfertige Triumph rund 360 Kg plus gut ausgewachsener Fahrer ….) zeigt ihr Gewicht wirklich nur beim rangieren. Wenn man sich mal ein bisschen mit dem Muscle Bike vertraut gemacht hat, lässt es sich sogar ausgesprochen gut bewegen. Ein Problem hatte ich auf den ersten Kilometern nur mit dem äußerst sensiblen Gasgriff. Von Stand – bis Vollgas ist gerade mal eine Viertel Griffumdrehung.
Man stelle sich mal vor, z. B. beim links abbiegen, im ersten Gang anfahren, tiefe Schräglage und dann das Zittern im rechten Handgelenk bekommen. Ein Millimeter den Griff zu weit aufziehen, schmeißt so einen aufs Dreirad fixierten Menschen wie mich doch glatt auf die Gegenfahrbahn.
Nach den ersten hundert Kilometern wurde ich dann doch schon etwas mutiger. Ein volles Aufziehen des Gasgriffes im ersten Gang hab ich mich zwar nicht getraut, aber bei einer solchen Aktion im zweiten Gang malte das 240er Hinterrad einen schwarzen Strich auf die Straße. Und dabei ist der Motor in den unteren Gängen im Drehmoment etwas gedrosselt! Die echten 200 Nm liegen erst in den Schaltstufen 4 und 5 an.
Ein Ortsausgang, breite Straße, mind. 800 mtr. gerade Strecke. Der Tacho zeigt mir die vorgeschriebenen 50 Km/h an. Der Tourenzähler steht bei knapp 1000 U/pM im fünften Gang. Der Ortschild huscht vorbei und ich mache eine kleine Bewegung mit dem rechten Handgelenk. Vollgas. Einen Drehzahlkeller gibt es bei dieser Maschine nicht. Das Ding drängt im fünften Gang vorwärts, deutlich stärker als mein Trike im Ersten. Innerhalb weniger Sekunden hatte ich den Zeiger vom Tacho auf 200 stehen und der Druck auf Oberkörper und Kopf war durch die aufrechte Sitzposition dermaßen hoch, dass ich gerne wieder das Tempo rausnahm.
Es macht also absolut keinen Spaß mit der Rocket ein solches Tempo anzuschlagen.
………. Ist aber mehr als geil wenn man weiß, dass man könnte ….
Als ich mir ein wenig mehr zutraute mit dem überraschend handlichen Dickschiff, stimmte dann auch der Sound. Der Motor braucht auch zum sehr zügig vorwärts kommen keine hohen Drehzahlen, der Sound wird aber mit jeder Kurbelwellenumdrehung mehr immer besser. Das Gerät zieht ab wie Schmitts Katze, und das in jedem Drehzahlbereich.
Die Rocket III lässt sich mit einem Trike wirklich nur schwer vergleichen. Nur eine Gemeinsamkeit gibt es zwischen der Rocket III und einem Trike: man fällt auf den Straßen fast genauso auf und wird sehr oft angesprochen. Fast gebetmühlenartig sind es immer wieder dieselben Worte die man antworten muss: 2,3 Ltr. 140 PS - …... ja, Sie haben schon richtig verstanden 2300 ccm.
Das sind Worte die man an fast jeder Ampel braucht.
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