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26.08.2009

Hochzeit beim Triketreffen?

 

Eine Hochzeit bei einem Triketreffen ist ja zwischenzeitlich nix besonderes mehr. Sogar eine Doppelhochzeit hat vor kurzem ein Veranstalter im Verlaufe seines Triketreffens angekündigt.

Wie ich aber selbst schon erleben musste kann eine solche Hochzeitsfeier so was von unpersönlich und steril ablaufen. Kaum einer wusste damals überhaupt, wer denn das Brautpaar war und wann und wo die Trauung stattfinden sollte. Da sind wir Triker dann nur als kostenlose Statisten und optischer Gimmick   missbraucht.

Eine Einladung zu einer Hochzeit, die zu einem ganz tollen und einmaligen Triketreffen wird, das ist dann schon etwas ganz Besonderes.

Gisela und Bernd von den Drachentrikern hatten eingeladen, nach 15 Jahren Verlobung, nun die kirchliche Trauung mit ihnen zu feiern. Einige Triker wurden von ihnen persönlich eingeladen, andere wiederum über diverse Internetforen und über die „Triker Szene“.

Triker aus der unmittelbaren Umgebung, bis hin zu Gästen aus Ungarn und Österreich fanden mit ihren Trikes den Weg zu dem einmalig schön gelegenen Festplatz. Im württembergischen Kleingartach, bei Heilbronn gelegen, sollte das Fest in einem stillgelegten, ehemaligen Sandsteinbruchgelände stattfinden.

Eigentlich hatte das Brautpaar so eingeladen, dass die Gäste sich ab Samstagmittag zu einem Korso zur Kirche treffen sollten. – So weit die Theorie.

Praxis aber war, dass ich, als ich bereits am Freitagnachmittag eintraf, mit einem der hinteren Plätze auf der Wiese vorlieb nehmen musste!

Ein Triketreffen mittlerer Größe war das was ich schon am Freitag antraf.

So kamen die Gastgeber nicht umhin schon am Freitag den Grill anzuwerfen und was bei dem herrlichen Sommerwetter noch viel wichtiger war, das erste Bierfass anzustechen. In dem wunderschön zugewachsenen Steinbruch wurde dann die Hochzeit schon einmal vorgefeiert. Um diesen Festplatz erhoben sich vielleicht 20 Meter hoch senkrechte Sandsteinwände. Oben drüber war das ganze mit Laubbäumen überwuchert, so dass man sich wie in einem verwunschenen Schloss vorkam. Eine ganz tolle und heimelige Atmosphäre entstand dadurch. Außerdem kam die drückende Sommerhitze gar nicht bis zum Grund des Steinbruches durch, hier war es auch am Samstagnachmittag noch immer angenehm schattig und kühl.

Der große Tag kam, und gegen Mittag machte sich dann die ganze Meute auf um die Gastgeber auf ihrem Gang zur Kirche zu begleiten. Als wir uns an dem vorgesehenen Treffpunkt formierten, trafen immer noch mehr Gäste ein. Zum Schluss bestand die Kolonne, die sich hinter dem Dreisitzer Trike des Brautpaares in Richtung Innenstadt wälzte, aus mehreren Dutzend Fahrzeugen. Ein solches Heer an chromblitzenden Trikes wird der Kirchenparkplatz des Weinbaustädtchens Brackenheim wohl nicht mehr so schnell sehen. Die Gruppe der festlich gekleideten Gäste, wohl die Angehörigen von Gisela und Bernd, nahm sich recht mickrig aus neben der wohl über 100 Personen zählenden Gruppe der „Lederträger“.

Als dann der Pfarrer, mit dem Brautpaar im Gefolge, die gut gefüllte Kirche betrat, konnte man ihm deutlich ansehen, dass er sich nicht so ganz wohl fühlte in seiner Haut. Die Braut war in einem hellen Hosenanzug erschienen, der Bräutigam in Lederhosen und Piratenhemd. Eine Kleiderordnung, die in dieser Kirche auch nicht alltäglich ist. Als der Pfarrer aber merkte, dass sich unter den Lederklamotten seiner Kirchenbesucher auch nur ganz normale und anständige Menschen verbargen, wurde er zusehend lockerer. Die Triker in Lederkluft folgten den Worten seiner Predigt mit mindestens ebensoviel Andacht, Ruhe und  Aufmerksamkeit wie seine sonstigen Gottesdienstbesucher.

Vor der Kirche erwartete dann die beiden frischvermählten ein Trikespalier, durch das der Bernd seine Gisela auf einer Schubkarre schieben musste. Gisela hatte dabei die Aufgabe mit einem langen Speer hoch aufgehängte Luftballon zu zerstechen.

Danach ging es auf breiten Walzen im ewig langen Gefolge durch das idyllische Kraichgauer Hügelland. Gisela und Bernd ließen sich auf dem Family Trike voraus chauffieren. Ich hatte das Glück direkt hinter den Beiden zu fahren. So konnte ich unterwegs beobachten wie Gisela sich immer wieder umdrehte und strahlend mit Stolz und Freude die kilometerlange Schlange an frischgeputzten und chromglänzenden Trikes bewunderte. Ich meine sogar ab und zu mal eine kleine Freudenträne auf ihren Wangen gesehen zu haben.

Auch die schönste Trikefahrt geht mal zu Ende. So trafen wir pünktlich zur Kaffeezeit am traumhaften Steinbruch wieder ein. Die beiden Jungvermählten zeigten dann, was sie für perfekte Gastgeber waren: Nichts fehlte bei dieser außergewöhnlichen aber wahrscheinlich gerade deshalb so tollen Hochzeitsfeier. Ein Kuchenbüffet das einem Wiener Kaffeehaus zur Ehre gereicht hätte. Später ein Salatbüffet, dazu Fleisch und Wurst vom Grill. Dann wieder Kaffee und Kuchen. Kalte Getränke mit und ohne „Allohol“ aus dem unerschöpflichen Kühlwagen der seine Energie aus einem eigens aufgestellten riesigen Stromaggregat bezog. Musik zu der man tanzen konnte (wer das unbedingt wollte – ich bin ja zum Glück leidenschaftlicher Nichttänzer) oder sich auch noch mit seinem Nachbarn unterhalten konnte. Zu später Stund gab es noch ein Feuerwerk das man mal aus ungewöhnlicher Warte beobachten konnte. Der Steinbruch befand sich ja hoch über den Weinbergen und die Raketen wurden aus den tiefergelegenen Rebhängen abgefeuert und explodierten dann auf Augenhöhe der Zuschauer.

Kurzum, es fehlte an nix. Einer der Gäste sollte später in seinem Dankschreiben mal zum Ausdruck bringen:    …… und wenn eines meiner Kinder mal heiraten sollte, dann müssen Gisela und Bernd die Feier organisieren.

Die beiden Gastgeber baten mich noch bei meiner Abreise am Sonntagmorgen, ich sollte in meinem Nachbericht unbedingt noch einmal an Alle Danke sagen. Danke an die die als Gäste gekommen waren, Danke an die Trauzeugen und Danke an alle die im Vorfeld zum Gelingen des wunderbaren „Triketreffens“ beigetragen haben.

Ich möchte auch noch Danke sagen an Gisela und Bernd, dass ich bei diesem außergewöhnlichen Ereignis dabei sein durfte.