Last update:

26.08.2009

Wenn sich Triker in die Lüfte erheben (wollen)

 

In unserer Gegend befindet sich das Fluggelände eines Gleitschirmfliegerclubs. Es ist das Gelände des „Gleitschirmfliegerclub Kraichtal“ in Oberacker. Alkoholiker (aber auch andere) werden die Gegend kennen, es befindet sich in diesem Ort die Klinik für alkoholkranke Frauen und nur wenige Kilometer entfernt die gleichartige Klinik für das männliche Geschlecht – im Volksmund werden beide Häuser bei uns „Sinalco Ranch“ genannt.

Zu diesem Fliegerclub pflege ich nun eine lockere Verbindung und hab mich mal mit ein paar Trikefreunden zum Jahresfest dieser Flieger angekündigt. Der Vorstand des Clubs freute sich richtig darüber und versprach mir für jeden mit dem Trike erscheinenden Besucher einen kostenlosen Tandemflug mit dem Gleitschirm.

Ich wollte den guten Mann zwar nicht in den Konkurs führen, hab aber unter meinen Freunden doch ein wenig Werbung für das Ereignis gemacht.

So kam es dann, dass am 12. September sich der Parkplatz vor dem Festzelt trotz kühler und sehr windiger, fast stürmischer Witterung mehr und mehr mit Trikes füllte. Mit jedem dumpfen Auspuffgrollen das sich auf der Landstraße näherte rutschte der Vorstand des Clubs unruhiger auf seinem Platz hin und her.

Nun war die Großwetterlage in unserer Gegend an diesem Tag alles andere als gut. Der Wind blies gegen Mittag noch so stark dass an einen Start nicht zu denken war. Mit einer auf `nem Pick up montierten Seilwinde sollten die Flieger vom 300 Mtr. entfernten Startplatz an ihren Schirmen mit einem 6 mm. starken Seil bis auf eine Höhe von ca. 250 bis 300 mtr. über Grund geschleppt werden. Die Flieger hatten sich allerlei Gags einfallen lassen. Einer sollte als wintersportgeschädigter mit Skiern und Gipsfuß seine Flugkünste vor dem Publikum zeigen, ein Anderer sollte gar als Brotzeitmachender Camper mit umgeschnalltem Klapptisch und Liegestuhl vor den staunenden Gästen landen.

Die schönste Planung taugt aber nix wenn der Wettergott nicht mitmacht. Auf den sind die Flieger noch mehr angewiesen als die Triker. Dort heißt es nun mal „Safty first“. Und die Sicherheit hat da wirklich absolute Priorität. Das mussten wir leider an diesem Tag auch erfahren. Nur einen Tandemstart lies der böige Wind an diesem Tag überhaupt zu.

Zu diesem Flug nahm der Pilot meine Frau mit in sein Tragegeschirr. Das Stoßgebet dass ich beim Start von mir gab darf meine Frau niemals erfahren (Lieber Gott, nun ist sie schon mal näher bei Dir, wenn Du willst, so behalte sie eben). Kurze Zeit darauf landeten die zwei Flieger aber wieder wohlbehalten nur wenige Meter von uns entfernt. – Ich war dann doch recht froh denn in den letzten 28 Jahren hab ich mich wirklich schon sehr an sie gewöhnt.

Danach wurde der Wind noch ungemütlicher und machte weitere Flüge dadurch unmöglich. Die Leute vom Fliegerclub ließen sich aber nicht lumpen und gaben allen Trikern einen Gutschein der zu einen Tandemflug in der nächsten Saison berechtigt. So gingen wenigstens die weit angereisten Schwarzwälder „Hirsch Triker“ Colerado und Paule sowie Uschi und Knoche nicht leer aus. Auch gibt es im kommenden Jahr gleich einen Grund die „Nordbadentriker“ wieder mal zu besuchen.

Mit den Gleitschirmfliegern haben wir verabredet dass wir im kommenden Jahr uns wieder mal gegenseitig besuchen. Wir dürfen dann mal am Gleitschirm mitfliegen und die Piloten werden von uns auf dem Trike auf eine Ausfahrt mitgenommen.

Ich wünsche allen Fliegern und Trikern einen kurzen Winter und eine lange und schöne nächste Saison.