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Auf das 2. Triketreffen der Elsässer Trikefreunde in Lichtenberg freute ich mich seit Wochen.
Dass dies das erste Triketreffen im Jahr 2006 werden sollte, bei dem ich nicht einmal in Regen geriet und ohne zu frieren das ganze Wochenende überstand, machte die Sache erst richtig rund.
Am Freitagnachmittag machte ich mich bei bestem Sommerwetter auf ins schöne Elsass. Gar so weit war ja für mich diese Anreise nicht, so wurde wenigstens durch die kurze Anreise das Wochenendbudget etwas geschont.
Immer wieder freue ich mich durch diese so sauber herausgeputzten Dörfchen von Elsass und Nordvogesen zu fahren. Meine breiten Räder rollen über frisch verlegtes und teuer aussehendes Kopfsteinpflaster. Plätschernde Brunnen auf den Dorfplätzen. Viel Blumenschmuck vor den Häusern. Die Fassaden frisch verputzt oder blütenweiß gestrichen. Fensterläden aus massivem Eichenholz, dazu passende Hoftore und Zäune um die Grundstücke. Die sichtbaren Holzgefache an alten Fachwerkhäusern toll herausgeputzt und sauber gestrichen. Wer hat heute noch so viel Geld um sich diesen optischen Luxus leisten zu können? Ich vermute mal, dass die meisten Besitzer dieser Traumhäuser ihre guten Gehälter im grenznahen Deutschland verdienen und dafür die in Frankreich niedrigeren Abgaben bezahlen. Doch Schluss mit dem politisieren. Ich bin hierher gefahren um Freunde zu treffen, Spaß zu haben und nichts anderes.

Da für die flüssige und feste Nahrungsaufnahme im Elsass ein etwas höherer Tagessatz angenommen werden muss, nutzte ich zum Ausgleich für mein Trike die etwas preisgünstigere Möglichkeit zum Tanken.
In Zinswiller bin ich versehentlich einmal falsch abgebogen und auf die engen Windungen der legendären Bärentalroute geraten. Vor Jahren bin ich diese herrliche Strecke schon einmal mit Remy Martin, dem wohl bekanntesten Elsasstriker gefahren. Lange hab ich mit mir gekämpft, bis ich das Trike wendete und meine ursprüngliche Richtung wieder aufnahm.
Unter der majestätischen Burg von Lichtenberg angekommen, zeigte sich bereits der erste Sonnenbrand auf meinen ungeschützten Armen. Anscheinend rechneten die drei Männer der Elsasstriker, die das Treffen organisierten nicht mit einem großen Ansturm. Von der riesigen Wiese, die als Zeltplatz geplant war, war nur ein schmaler Streifen gemäht. – Wer zu spät kommt, ……. der muss sein Zelt ins meterhohe Gras bauen.

Der “Merlin 34“, der „Triker Deti“, der „Cognac“, der „Free Willi“ mit seinem „Papamobil“, der „Triker Grufti“ und noch ein paar andere von der alten Garde der Triker hatten sich schon im Schatten der alten Burg versammelt. Mit dieser versammelten Gruppe von durstigen Kehlen war es kein Problem das, vom Veranstalter gestiftete Fässchen Freibier in Rekordzeit zu vertilgen.
Am Samstag nahm das Triketreffen aber den Charakter einer Kirmes an. Ein Zuckerwarenstand wurde aufgebaut, eine Schießbude kam direkt neben den Trikezubehörstand von Klaus Fink. Peter Emmering bot an seinem Stand maßgefertigte Sitzbezüge für Bikes und Trikes – auf Wunsch auch mit Sitzheizung für die Ganzjahresfahrer. Das riesige Lagerfeuer erlosch an allen drei Tagen keinen Augenblick. Da lösten sich schon ein paar Ster Holz in Rauch auf. – So mancher Häuschenbesitzer wäre dafür im vergangen Winter froh gewesen !!
Ab dem frühen Nachmittag drehte sich ein ganzes Wildschwein über dem Holzfeuer. Mhhh – ein Wildschweinchen mit Knoblauch !!! – irgendeiner hat mal behauptet das wäre eine ganz besondere Spezialität bei den Galliern.
Vor dem Genuss der Riesenwildsau war noch eine Ausfahrt geplant. Diese Samstagnachmittagspazierfahrt wurde aber lang und länger. Die Sträßchen wurden schmal und schlechter. Ehrlich, ich habe diese herrliche Gegend schon deutlich schöner erlebt. Zum Teil ging die Tour über Feldwege und Waldwege durch dichtesten und undurchschaubaren Mischwald.


Als wir dann nach fast drei Stunden und über hundert Kilometer Fahrt wieder auf den Festplatz zurückkehrten, verlangte mein hungriger Magen nach einer kräftigen Portion von der toten Wildsau. Erst sollte der Anschnitt des Riesenbratens um Sechs Uhr erfolgen, dann um Sieben Uhr, dann um Acht ….. Als ich dann um Halb Neun für sieben Euro meine Portion kaufen konnte, bekam ich zwei lecker aussehende Stücke auf meinen Teller. Als ich aber mit dem Plastikbesteck versuchte ein Stück abzuschneiden, brach die Gabel ab. Wie sich dann zeigte, hatte ich großes Stück Schwarte auf meinem Teller – sah gut aus, war aber so steinhart dass ich mir die Zähne ausgebissen hätte. Das andere Stück war dann noch fast roh. So musste ich meinen Magen halt mit ein paar zusätzlichen Gläschen Hopfentee beruhigen.


Am Sonntag fand das Treffen aber doch noch seinen versöhnlichen Abschluss. Bei herrlichstem Sonnenschein trat ich die Heimreise an und genoss wieder einmal die wunderschöne Landschaft von Elsass und Nordvogesen bis hin zum Rheintal.
Beim nächsten Treffen werde ich sicher wieder dabei sein. Mit dem Wissen von diesem Treffen kann das nächste für mich dann nur ein voller Erfolg werden: An der Ausfahrt werde ich halt nicht teilnehmen, in dieser Zeit kann ich ja vielleicht mal die Burg erkunden. Statt der Wildsau werde ich mich ausschließlich an die wirklich tollen Merguez (kleine scharfe Würstchen) mit Baguette halten.
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