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Die Fahrer und „Passenger“ der Renngespanne (so nennt man die Beifahrer, die man früher mal Schmiermaxe nannte, heute wirklich) sind meistens ganz normale Männer mit sehr vernünftigen Ansichten. Alle im mittleren Alter, bringen diese Herren auch schon mal ein Kilo mehr als das Idealgewicht zusammen.
- Ist das mit den Trikern nicht auch so?
Als ich beim Vorbeigehen an einer Box der Motorradler eine Auspuffanlage sah, deren Hersteller auch Anlagen für Trikes produziert, wollte ich mir die mal näher ansehen und machte unbedacht einen kleinen Schritt in die Garage hinein. Einen weiteren Schritt konnte ich nicht mehr machen, da ich sofort von einem Ordner des Rennteams zurück gewiesen wurde. Da herrscht eine Geheimniskrämerei wie im Formel 1 Zirkus. Ganz anders bei den Gespannfahrern. Hier teilen sich sogar zwei konkurrierende Teams eine Garage um so wenigstens einen kleinen Teil der enormen Kosten einzusparen. Da herrscht eine so lockere und kameradschaftliche Atmosphäre dass man sich auch als Außenstehender sofort wohl fühlen kann. |
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Wenn ein Triker ein Problem hat mit dem er selbst nicht zurechtkommt, so kann er getrost einen anderen Triker um Hilfe bitten, er bekommt sie sicherlich gewährt. Genauso verhält es sich auch in der Gemeinschaft der Gespannfahrer obwohl doch hier das Konkurrenzdenken über der Hilfsbereitschaft stehen dürfte.
Peter Adelsberger zeigte mir mal in groben Zügen die Kosten auf, die einem Team durch ein solches Rennwochenende entstehen. Für Nenngebühren, technische Abnahme, Boxenmiete und weiterer Kosten für die Rennstrecke kommt eine Summe zusammen, die fast dem Monatslohn eines Arbeiters entspricht. Und das nur um am Rennen teilnehmen zu dürfen. Die Kosten für das Equipment, den Transport, die Verpflegung des Teams usw. sind hier gar nicht mitgerechnet. Da sind die Teams dann auf die großzügige Hilfe von Sponsoren angewiesen – und die stecken ihr Geld in diesem Jahr lieber in alles was mit Fußball zu tun hat. So kostet die Fußball WM alle anderen Sportler dieses Jahr richtig Geld! Sollte einer von Euch ein paar Euronen übrig haben, mit denen er ein solches Team unterstützen möchte, so kann er sich gerne mal informieren unter WWW.sidecar.at oder unter WWW.ig-gespannrennen.com Wie die Triker auch, so müssen die Gespannfahrer reichlich Geld für ihr Hobby mitbringen. So mancher wird da zuhause seiner Frau auch schon mal erklären müssen warum gerade dieses Ersatzteil jetzt eben einfach mal viel wichtiger ist als das neue Kleid. – Das kommt mir doch auch so bekannt vor.
Noch mehr als der Triker müssen die Gespannracer mit der Technik ihres Gefährtes vertraut sein. Wollen die vorne mitfahren, müssen sie wirklich mit jedem Schräubchen an ihrem Gefährt „per Du“ sei. Der Passagier auf dem Gespann muss nicht nur mit Begeisterung dabei sein, er muss auch ein gerüttelt Maß an Leidensfähigkeit mitbringen. – Meine Frau auf dem Soziusplatz behauptet das von sich, bei meiner Fahrweise, auch immer.
Die Bereifung der hinteren Räder ist ähnlich wie beim Trike – etwa 255 mm breit. Das ist ein bisschen weniger als bei den meisten Trikes, dafür hat das Vorderrad mit 210 mm ein wenig mehr als viele Trikes.
Nach jedem Rennwochenende, ob das Team nun Spaß und Erfolg hatte, oder womöglich schon in der ersten Kurve ausgeschieden ist, kommt ein Montag. Wie bei den meisten Trikern auch, ein Tag an dem man eben wieder seiner Arbeit nachgehen und seine Kreuzerchen für das nächste Vergnügen verdienen muss. Mit dieser Art von Motorsport ist, auch bei besten Platzierungen, nicht so viel Geld zu verdienen, dass man davon leben könnte.
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Ein paar Unterschiede gibt es aber doch, zumindest in der Technik: Ein Racegespannmotor hat nur 1000 ccm. Aber dafür eine Leistung von über 200 PS. Das Gewicht liegt im fahrfertigen Zustand bei etwas 230 Kg. Die Höchstgeschwindigkeit liegt, je nach Übersetzung, bei etwa 300 Km/h – ein klein wenig über der eines Trikes. Der Passenger im Gespann darf nicht, wie der Sozius auf dem Trike, ruhig auf einem erhöhten Sessel thronen und die Fahrt genießen. Er muss turnen können wie ein Affe um sein Gewicht immer auf das richtige Rad zu verlagern. Wenn er mal gerade nicht turnen muss, weil es gerade aus geht, dann muss er sich kleiner als klein machen und unter der Verkleidung verschwinden um die Aerodynamik nicht zu beeinträchtigen.
Ein kaputter Motor kann ein Team an den Rand des Ruins bringen. Die Kosten für einen konkurrenzfähigen Rennmotor übersteigen bei weitem den Preis eines anständig ausgestatteten Neutrikes. Bei diesen Aggregaten handelt es sich um getunte Motorradmotoren. Bei einem Gespann treten aber im Gegensatz zu einem Solomotorrad, welches immer in die Kurve gelegt wird, so hohe Fliehkräfte auf (bis zu 2 ½ G ) dass es sehr schwierig ist, das Öl im Motor immer an die richtigen Stellen zu bringen. Ein Sekundenbruchteil bei 12000 Touren kein Öldruck und der Motor ist mausetot.
Einen ganz wichtigen Punkt gibt es noch, der sicher viele Triker interessiert: Einer der zwei großen Rahmenhersteller, die Firma RSR Sidecar Racing Parts, experimentiert seit geraumer Zeit an einem Trikeähnlichen Projekt das viele Komponenten aus dem Rennsport mit auf die Straße bringen soll.
Die „Triker Szene“ wird darüber berichten.
Für mich war dies ein herrliches Wochenende auf einer der schönsten Rennstrecken die unser Land zu bieten hat. Weitere Infos über diesen Grand Prix Kurs findet Ihr unter WWW.Hockenheimring.de Gekrönt wurde das Ganze dann noch durch einen sportlich fair herausgefahrenen 5. Platz „meines“ Teams. Im ganzen Starterfeld von 23 Teams sind gerade mal 3 Frauen zu finden – und diese ausschließlich als Passagiere. - Meine Damen, wie war das doch gleich mit der Emanzipation?
Ein Rennbesuch auf dem „Ring“, ob Formel 1, DTM oder Motorradrennen, sollte unbedingt verbunden werden mit ein paar Tagen ausspannen im wunderschönen Kraichgauer Hügelland. Eingerahmt von Rhein und Neckar, Schwarzwald und Odenwald liegt die „Toskana Deutschlands“. Ausgezeichnete Weine, leckerer Bruchsaler Spargel (hier ist der größte Spargelmarkt Europas), kristallklare Badeseen und eine Top Gastronomie sind auch ein Grund für einen Besuch. Wunderschöne Schlösser und sehenswerte Burgen zeugen von einer alten Kultur. Viele der meist kleinen Dörfer haben ihren Ursprung schon im 7. und 8. Jahrhundert n. Chr. Diese alte architektonische Kultur wird gepflegt und erhalten im Kraichgau. Zu sehen ist das noch an vielen alten verwinkelten Gässchen und Fachwerkhäusern. Bei vielen traditionsreichen Festen, wie z. B. dem Brettener „Peter und Paulfest“ wird die Liebe der Bevölkerung zur eigenen Geschichte einer breiten Öffentlichkeit näher gebracht. Ein Besuch dieses herrlichen Fleckchens Erde ist zu jeder Jahreszeit zu empfehlen |
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