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26.08.2009

Ein modernes Märchen.

- moderne Märchen haben meist kein Happy End !

Es war ein mal ein Triker aus dem schönen Frankenland. Nennen wir ihn einfach mal Jürgen. Jürgen wurde schon seit einigen Jahren auf vielen schönen Touren von seinem alten Boom Trike treu begleitet.

Nach der Lektüre eines Fahrberichtes in der „Triker Szene“ kam eine heftige Begierde nach einem neuen, modernen Trike in ihm auf. Genau so ein Trike wie in der Zeitung beschrieben sollte sein Eigen werden.

So machte er sich also im Dezember vergangenen Jahres auf ins schöne Günzburg um Armin Schweigardt, dem großen Häuptling von „Easy Trike“ sein Begehr vorzutragen: Ein schönes „Taifun“ Modell mit kräftigem Motor sollte sein neues Dreirad werden.

 

 „Lieber Jürgen“, sprach der große Häuptling, „für Dich machen wir uns sofort an die Arbeit. Aber damit Du nicht soviel von Deinen sauer verdienten Talern an uns abgeben musst, sollst Du Dein Trike gleich bestellen und sofort eine Anzahlung an uns überweisen“.

Jürgen bekam dann auch sogleich ein schriftliches Angebot, darauf stand die Beschreibung vom fabrikneuen Trike, das der Jürgen gerne haben wollte, der Preis dafür, der Preis zu dem sein altes Trike im Gegenzug an „Easy Trike“ übergehen sollte und ein Liefertermin.

9 400,- Euronen sollte der liebe Jürgen für sein Boom Trike noch bekommen. Dafür sollte er aber auch 10 000,- von den neuen Gulden sofort an den großen Easy Häupling überweisen.

Jürgen tat wie ihm geheisen und bezahlte die geforderte Summe gleich Anfang Januar an die Günzburger Trikebauer.

 

Voller Vorfreude wurde nun der März erwartet. Mitte dieses Frühlingsmonats, genau passend zur beginnenden Trikesaison sollte der niegelnagelneue Taifun ins Frankenland geliefert werden.

Der erste Liefertermin verstrich aber leider ohne das freudige Ereignis.

Die ersten Nachfragen mussten in Günzburg nun schon an einen neuen Häuptlich gestellt werden. „Bring mal Dein altes Trike und den Fahrzeugbrief dazu mit, dann geht das mit der Lieferung des Neutrikes nächste Woch viel einfacher und schneller“ so sagten ihm Ende März die beiden neuen Häuptlinge Kast und Bauer.

Wieder tat Jürgen wie ihm geheisen. Das Boom Highway mit dem heissen Alfa Motor wurde samt Brief an die Easy Mannen übergeben. - Nächste Woche kommt ja schon das Neue.

Als auch übernächste Woche noch kein Taifun vor dem Häuschen im fränkischen stand, wurde der Jürgen schon etwas ungemütlich.

Weder Frau Kast noch Herr Bauer waren aber um Erklärungen verlegen: Die Mitarbeiter im Hause Easy spuren einfach noch nicht so wie eigentlich sollen, der Vorlieferant bringt den Rahmen nicht bei, der nächste Lieferant kommt nicht in die Gänge mit der Gabel, .......

Damit der Jürgen aber triken kann, wurde ihm großzügigerweise von Easy ein kostenloses Leihtrike zur Verfügung gestellt. Das war aber nach wenigen Kilometern kaputt. Auch beim zweiten Anlauf hielt das Leihtrike nur wenige Kilometer durch.

Bei dritten Anlauf erhielt Jürgen – man kann es kaum glauben – sein eigenes Trike Trike als Leihtrike

Aber was musste Jürgen sehen? Auf seinem Trike prangte plötzlich ein Günzburger Kennzeichen !! „Das ist nur, damit Dir als gutem Easy Kunden keine Kosten durch Steuer und Versicherung entstehen“. So die beruhigende Auskunft vom lieben und großzüggen Onkel Bauer, dem Easy Häuptling.

Bei zwischenzeitlich heftigeren und bohrenderen Fragen von Jürgen, kam auch die sehr gerne gegebene Antwort vom Onkel Bauer: Keiner wird auch nur einen einzigen Cent durch die Firma Easy verlieren!“

Nun war mal wieder ein Übergabetermin für den heissersehnten Taifun in Günzburg vereinbart. Jürgen nahm sich den Tag frei und fuhr frohgemut nach Günzburg.

Dort kam dann der heftige Tritt von dem großen Pferd: Die Firma Easy ist insolvent. Das neue Trike kann nicht mehr gebaut werden. Die Anzahlung von 10 000 Talern ist vorerst mal in der Insolvenzmasse. Das Leihtrike ( Jürgens ehemals eigenes Boom Highway ) muss auch gleich dableiben, denn das gehört ja nun laut Fahrzeugbrief dem insolventen Trikebauer.

Da stand er nun, der arme Jürgen.

Sein eigenes Trike war futsch, die riesige Anzahlung war futsch und ihm blieb nix als ein dicker Hals.

Etwas fröhlicher stimmte den Jürgen nur der Name des Insolvenzverwalters. Dieser Herr Fröhlich bot ihm nun an, sein eigenes Trike für die lächerliche Summe von 5000 Talern zurückzukaufen.

Am 25. Juli konnte nun Jürgen, der sich mit dem Herrn Fröhlich auf 3000 Taler geeinigt hatte, sein altes Trike wieder auf seinen Namen zulassen.

13 000 hart erarbeitete Taler und 7 Monate Ärger und Scherereinen wr der Preis für den Wunsch nach einem neuen und modernen Dreirad.

 

Die “ach so korrekte” ehemalige Geschäftsleitung von Easy.

Was lernen wir nun daraus?

- Moderne Märchen haben wirklich selten ein Happy End.

Leichtgläubigkeit wird oft bestraft.

Eine Anzahlung für etwas zu leisten, was ich noch nicht in Händen habe, ist ein gefährliches Unterfangen.

Eine Firma, die mit eigenen Mitteln nicht in der Lage ist, ein Produkt zu erstellen, das sie mir als Kunden dann zu normalen Bedingungen verkaufen kann, ist höchstwahrscheinlich auch nicht so liquide, dass sie mit einer Anzahlung angemessen umgehen kann.

Hat wirklich schon mal jemand bei einem Autohersteller bei der Bestellung eines neuen Autos schon mal fast die Hälfte des Kaufpreises anzahlen müssen?

 

Was sagt die neue Führungsriege der Easy Trikebauer:

Hallo Peter,

wir haben dazu auch ein paar Worte zu sagen:

 

Ja, es ist ein sehr trauriges Kapitel in der Geschichte des Namens „Easy Trike“.

Dass so etwas passiert ist, ist leider kein Einzelfall und schadet dem Ruf des gesamten Trike-Baus.

Wir müssen hierzu die Situation der Easy Trike zum Zeitpunkt der Schaden-Entstehung des „Jürgen“ schildern:

Die Firma Easy Trike Sonderfahrzeugbau GmbH kam durch viele sich aneinander reihende Fehler in finanzielle Schräglage, auf die wir Mangelns fundierte Kenntnisse nicht eingehen wollen.

Die Easy Trike jedoch brauchte „neues“ Geld, das durch den Verkauf des größten Teils der Gesellschaftsanteile an einen Investor beschafft werden sollte. Die Übernahme der Gesellschaftsanteile erfolgte am 02.11.06 durch den Investor Jürgen Bauer.

Laut seiner Aussage sollte als Erstes die Firma entschuldet werden!

Geschehen ist wenig, der versprochene Geldsegen blieb aus, aber die Ansage „Geld ist kein Problem“ blieb stehen.

Sogar vom Umzug in eine neue und schönere Halle war die Rede, Umbaupläne wurden vom Architekten erstellt, es sollte auch eine KTM-Vertretung und ein Trike & Bike Shop entstehen.

Flugs war eine neue GmbH gegründet und eine „Halle (Shop) in der Halle“ wurde gebaut. Geld spielte keine Rolle bei der Bestellung der „Halle in der Halle“.

Bei dieser Euphorie misstraute niemand dem großen Investor. Jürgen Bauer setzte für Easy Trike für das Jahr 2007 das Ziel, die Produktion zu verdoppeln. Nun lag es nur noch an den Verkäufern dieses tolle Ziel zu erreichen

Also taten die Verkäufer das was alle Hersteller im Winter tun – sie geben Rabatte auf angezahlte Fahrzeuge- was bis dahin nichts Neues oder Unübliches darstellt.

Jeder dachte, endlich haben wir Jemanden, der was von Betriebsleitung und Betriebssanierung versteht (der Retter Jürgen Bauer, seines Zeichens Dipl. Betriebswirt, ebenso die neue Geschäftsführerin Sabine Kast).

 

Die Bestellungen waren so gut wie nie zuvor, die Anzahlungen sprudelten, jedoch der Materialfluss war so schlecht wie nie zuvor.

Die Firma war nicht entschuldet, die Kunden wurden nervös, jedoch Jürgen Bauer sagte „kein Problem, alles im grünen Bereich, die Entschuldung läuft“.

 

Nun wieder zu unserem Jürgen, der Frühling kam… unser Jürgen wurde nervös, er wollte endlich mit seinem neuen Taifun fahren. Also wurde er direkt an Jürgen Bauer und Sabine Kast verwiesen. Diese versprachen „kein Problem, Du bekommst Dein Trike“. Bis zur Fertigstellung bekommst Du ein „Vorführtrike“ von Easy. Gesagt getan. Jedoch wie der Teufel will, machte dieses Trike Probleme. Also was tun? Da war doch noch das Trike vom Jürgen das er Herrn Jürgen Bauer schon vor der Zeit zur Verfügung gestellt hatte, mit samt Kfz-Brief. Also wurde diese Trike schnell auf Easy angemeldet und somit konnte Jürgen wieder fahren.

Bis dahin war so weit alles noch in Ordnung, denn zwischenzeitlich war alles Material für sein Trike im Hause und im Aufbau. Dies hat Jürgen auch gesehen und sich gefreut. Aber was geschieht nun? Jürgen Bauer verkauft das im Aufbau befindliche Trike an einen neuen Kunden und lässt die Karosse anstatt blau in Gimini lackieren und futsch war Jürgens Trike. Jürgen Bauer sagte „macht doch nichts, wir machen schnell ein Neues für Jürgen“. Jedoch als es um das Material für das Trike ging, verschob er dies von Woche zu Woche. Er versprach Jürgen sein Trike innerhalb von einer Woche. Dies wiederholte sich dann ständig, Woche um Woche. Jürge glaubte diesem großen Mann.

 

Mittlerweile war es Anfang Juni, die Produktion kommt zum Stillstand. Was tut der große Manager?

Er feuert den Schuldigen der nicht in der Lage war ohne die nötigen Euros Material zu beschaffen. Gleichzeitig sagt er: „Am Freitag ist eine große Summe auf dem Konto der Easy Trike“. Jedoch wie bei allen vorherigen Ansagen war auch an diesem und an dem nächsten Freitag kein Geld auf dem Konto der Easy Trike.

Die Mitarbeiter hatten auch schon seit 1 ½ Monaten keinen Lohn mehr bekommen und so kam es wie es kommen musste – am 30.06.07 meldete die Geschäftsführerin Sabine Kast Insolvenz an.

 

Easy Trike TOT, was geschieht mit den Mitarbeitern, was mit den guten Produkten? Soll das alles gewesen sein?

 

Nein- sagen sich die Mitarbeiter und ein paar Händler. Wir bieten auf die Insolvenzmasse.

Aber wer hatte unter anderem auch noch diese Idee? Ja klar, die tüchtige Geschäftsführerin Sabine Kast dachte sich, na da biete ich doch auch noch mit, da gibt`s doch was zu holen.

 

Am 23.07.07 bekam die Bietergemeinschaft der Mitarbeiter und Händler den Zuschlag.

 

Es wurde eine neue GmbH mit dem Namen „Easy Trike GmbH The Trike Company“ gegründet. Geschäftsführerin ist Diana Bihrle.

 

Was nützt das unserem besagen Jürgen? Hat er dadurch sein erträumtes Dreirad? Leider nein, denn die neue Firma kann ihm den angerichteten Schaden nicht ersetzen. Wie gesagt- er ist nicht der einzige Geschädigte. Um vollen Schadensersatz zu erhalten ist die Staatsanwaltschaft und das Gericht gefragt. Das Einzige was wir tun können ist, mit ihm reden und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen die für ihn und uns tragbar ist, um den Schaden einzugrenzen. Mehr kann man dazu nicht sagen.

Leider können wir gewisse Grenzen nicht überschreiten, da sonst unser Untergang vorprogrammiert wäre.

Viele kennen uns als ehrliches und hilfsbereites Team und so verbleiben wir

 

mit freundlichen Grüßen

 

Euer neues Easy Trike Team