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Durch das Mittelmotorkonzept sind mit dem Trike so hohe Kurvengeschwindigkeiten möglich, dass das Abstützen auf dem Beinschutzbügel fast nicht mehr ausreicht und der Wunsch nach einem Sitz mit mehr Seitenhalt aufkommt. Die Lehne des serienmäßigen Sitzes ist sogar für einen nicht allzugroßen Fahrer zu kurz geraten. Wäre die Lehne aber ausreichend hoch, hätte der Sozius große Probleme seinen Sitzplatz zu erklimmen. - Warum gibt es eigentlich keine klappbaren Lehnen wie dies im PKW Bau vorgemacht wird? Möglicherweise wäre dann unter der Klapplehne sogar noch ein Handschuhfach zu integrieren.
Der Begriff "aktive Fahrmaschine" lässt sich mit diesem Trike trefflich demonstrieren. Ein seitliches Ausbrechen des Trikes ist im normalen Fahrbetrieb fast nicht möglich. Ein Wegdriften muss man schon provozieren. Ausprobiert hab ich dies auf einer Kreisbahn auf einem leeren Supermarktparkplatz. Erst bei einer wahnwitzigen Geschwindigkeit bricht das Trike gleichmäßig über alle drei Räder seitlich aus. Ein Übersteuern muss man mit voller Beschleunigung bei starkem Lenkeinschlag provozieren. Ich glaube aber dass dies nur im zweiten Gang möglich ist und sich auch leicht beherschen lässt. Wenn dann kurz der Gashahn geschlossen wird ist die Fuhre sofort wieder stabil und fährt in die vorher eingeschlagene Richtung weiter.
Bei der von "Cognac" angeführten Ausfahrt durch das malerische Elsass konnte ich eine weitere Stärke des "Taifun" genießen. Fast die komplette Strecke der gemütlichen Fahrt durch herrliche Fachwerkdörfer und hügelige Landschaften konnte ich im 5. Gang zurücklegen. Ein zurückschalten war wirklich nur bei einem verkehrsbedingten Stop nötig. Ansonsten lässt sich der große Gang ab etwa 1000 UpM nutzen. So lies ich es auch bei der Rückfahrt spätabends ruhig angehen. Tempo 100 auf Bundes- und Landstraßen sind ein richtiges Genießertempo. Dies sollte sich später dann auch beim Spritverbrauch zeigen.
Am Sonntag wurde dann noch ein privates Treffen besucht. Bei den "Buffalos", dem Countryclub der in Brühl am Rhein ein eigenes Westerndorf besitzt, war eine Ausfahrt mit Trikes und Bikes angesetzt.. Auch hier war das Interesse von Trikern und Cowboys an dem Gefährt riesengroß. Einige Biker waren von den Fahrleistungen des "Taifun" so angetan, dass ein ein Umsteigen auf drei Räder ernsthaft angedacht wird.
Die Ausfahrt, fast 100 Km durch die Rheinebene, machten auch hier wieder einen Riesenspass. Souveräne Leistung im Überfluss unter dem Hintern zu haben ist einfach ein beruhigendes Gefühl. Aber auch die Spare Rips die es nach der Ausfahrt vom Holzkohlegrill gab waren nicht zu verachten.
Auch die Pflege und Wäsche seines Dreirades ist für jeden Triker ein wichtiger Punkt. Mit Gartenschlauch und Autowaschbürste machte ich mich deshalb auch an die Wäsche des durch mehrere Regenfahrten total verdreckten "Taifun". Dank der schnörkellosen Karosserie und der leicht zu reinigenden Alufelgen konnte ich schon nach wenigen Minuten den Gartenschlauch wieder beiseite hängen und das glänzende Stück trockenledern. So könnte ich mich auf jedem Triketreffen wieder sehen lassen!
Auch Servicearbeiten wie Wasser - oder Ölstandskontrolle sind ohne Verenkungen möglich. Die Karosserie wird, unterstützt durch zwei Gasdruckdämpfer, von Vorne nach Hinten hochgeklappt und hält dann bombenfest ohne seitlich hin und herzuschwanken wie ein Lämmerschwanz. Beim Zurückbringen des Testfahrzeuges stand mir wieder eine größe Autobahnetappe bevor. Unter anderem auch das Teilstück der A 8 zwischen Pforzheim und Stuttgart. Eine längere Strecke dieses Teilstücks kommt mir vor wie eine "Vorkriegsautobahn". Immer nach etwa 20 Meter Piste kommt da eine gewaltige Querfuge. Eine Tortur schon mit einer bequemen Reiselimousine. Eine Höchststrafe für den Fahrer eines Trikes. So fühlte ich mich an diesem Morgen nicht wie ein Trikerider der der aufgehenden Sonne entgegenrollt, sondern viel eher wie ein Rodeoreiter kurz vor dem Abwurf. Die knüppelharte Vorderradgabel gab jede Fuge ungefiltert an meine Handgelenke und mein Kreuz weiter. Vor Stuttgart wurde dann aber der Straßenbelag wieder besser und meine Laune besserte sich auch wieder deutlich. - Aber nur bis zu dem Zeitpunkt als ich das "Easy" Werk ereicht hatte und das Trike wieder an seine Besitzer zurückgeben musste.
Ich hatte mich so an das Fahrzeug gewöhnt, dass ich es am liebsten zu meinem alten TWA in meine Garage stellen würde. Zweimal habe ich schon meine Nachttischschublade durchsucht ob nicht irgendwo die 24 900,- Euronen herumliegen die der "Easy Händler" für dieses Trike von seinen Kunden fordert. Ich hab sie leider nicht gefunden. Also wird es wohl vorerst ein Traum bleiben mit einem eigenen "Taifun" in den Sonnenuntergang zu fahren.
Tagebuch:
Übernahme des Trikes bei KM Stand: 4242
1. Volltanken bei KM Stand: 4246 19,36 Ltr.
2. Volltanken bei KM Stand: 4548 20,55 Ltr.
3. Volltanken bei KM Stand: 4908 26,14 Ltr.
4. Volltanken bei KM Stand: 5427 28,96 Ltr.
Abgabe des Trikes bei KM Stand: 5475
Besondere Vorkommnisse: Keine
Die Probefahrt dauerte also 7 Tage, an denen 1233 KM zurückgelegt wurden. Auf eine Strecke von 1181 KM flossen 75,65 Super durch die Einspritzdüsen. Dabei genehmigte sich der Motor bei sehr flotter Fahrweise bis zu 7,3 Ltr./ 100 Km. Bei etwas zurückhaltender Fahrweise begnügte er sich aber auch mit 5,6 Ltr./ 100 KM. Das Tanken entpuppt sich als reines Geduldspiel. Der Tank schwappt ständig über und kann nur ganz langsam aufgefüllt werden. Schon alleine deshalb empfiehlt es sich die Gashand ein wenig zu zügeln um den 33 Ltr. fassenden Tank nicht allzu oft nachfüllen zu müssen.
Als ich Armin Schweigart auf meine "Bull riding Einlage" auf der Vorkriegsautobahn ansprach konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen. Da man bei "Easy" mein aktuelles Lebendgewicht wohl recht realistisch eingeschätzt hatte, wurde bereits im Vorfeld die Federung der Gabel auf die härteste Vorspannung eingestellt. Mit nur wenigen Handgriffen hätte ich die Gabel deutlich weicher stellen und mir diese Tortour damit ersparen können.
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