|
Zum Abschluss unseres Gespräches bekam ich noch ein paar sehr aussagekräftige Antworten auf meine Fragen.
Red. TS: Wie beurteilen Sie den aktuellen Trend weg vom herkömmlichen Käferantrieb?
Dietrich Fecht: Der Boxermotor wird auch in Zukunft noch in Trikes verbaut werden. Das Triken ist in der Regel ein ganzheitliches Hobby, das nicht nur das Fahren sondern auch das Schrauben an den Fahrzeugen umfasst. Am alten Käferantrieb kann auch der technisch weniger versierte Triker noch immer selbst Hand anlegen. Die modernen Motoren sind schon in der Anschaffung wesentlich teuerer als ein herkömmlicher Boxer. Durch die nötigen Anpassungen der Elektronik und des Motormanagements an die speziellen Gegebenheiten des Trikes kommen noch mal erhebliche Entwicklungskosten hinzu. Zum zweiten kann der Laie daran fast nichts mehr selber machen und zum dritten haben auch die entsprechenden Autowerkstätten damit Ihre Probleme da die elektronische Motorsteuerung vor der Adaption in das Trike gravierend verändert werden musste und der normalen Automechaniker durch diese Änderungen mit seinen Gerätschaften auch nicht mehr weiterkommt.
Red. TS: Nun hat aber der Gesetzgeber Abgasvorschriften erlassen die der Boxermotor mit seiner inzwischen rund siebzig Jahre alten Technik nicht mehr einhalten kann.
Dietrich Fecht: Wenn die deutsche Regierung meint sie kann die Welt retten indem sie den paar wenigen Trikes den Hahn zudreht so möchte ich dazu nichts mehr sagen.
Red. TS: Wie stehen Sie zu der Aufrüstung der Fahrzeuge mit noch mehr glänzendem Chrom oder poliertem Edelstahl und noch mehr unnötigem Zubehör?
Dietrich Fecht: Triker sind Individualisten. Das ist schon daran zu sehen dass sie Ihre Freizeit anders verbringen wollen als die meisten anderen Menschen und sich das ungewöhnliche und exklusive Produkt Trike zulegen. Dieser Individualismus zeigt sich auch darin dass jeder sein Fahrzeug so verändert haben will wie er sich das vorstellt. Fast kein Trike rollt so auf den Strassen wie es mal das Werk verlassen hat. Meine eigenen Trikes haben mehr sportlich, als choppermäßig zu sein und werden auch so bewegt. Womit dann auch wieder die Brücke zu den sportlich orientierten Bikern geschlagen wäre. Die Triker sah ich schon immer als eine Gruppierung an, die sich aus den Bikern entwickelt hat mit den fast gleichen Interessen.
Gut ist was gefällt und Aufgabe der Industrie ist es das zu produzieren was der Kunde verlangt.
Das möchte ich so als Schlussatz unkommentiert stehen lassen und bedanke mich bei dem Pionier des deutschen Trikebaus Dietrich Fecht für das Gespräch.
|